Unternehmen, die ausbilden, zahlen in der Regel erst einmal drauf: Denn die Kosten, die ein Lehrling verursacht, übersteigen zumeist jene Beträge, die er durch seine Arbeitsleistungen zum Betriebsergebnis beiträgt. Allerdings haben die Firmen mittlerweile mehr von der Ausbildung als früher. Grund dafür sind zahlreiche Innovationen in der Berufsausbildung. Sie haben die Qualifizierung der Auszubildenden in den vergangenen Jahren effizienter gemacht.
Wer eine Berufsausbildung absolviert hat, verdient durchschnittlich rund 10.000 Euro mehr im Jahr als ein An- und Ungelernter. Zudem senkt eine abgeschlossene Ausbildung das Risiko, später arbeitslos zu werden – und zwar um deutlich mehr als die Hälfte. Auch der Staat profitiert: gut ausgebildete Arbeitnehmer führen mehr Steuern ab und benötigen weniger Sozialleistungen als Geringqualifizierte.
Für die Unternehmen fällt die Rechnung allerdings nicht ganz so eindeutig aus – zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die Betriebe in Deutschland investieren in jeden Auszubildenden im Durchschnitt fast 15.300 Euro brutto pro Jahr. Den größten Batzen davon – 61 Prozent – machen die Ausbildungsvergütungen und Sozialleistungen für die Lehrlinge aus.
Natürlich bleiben die Unternehmen nicht gänzlich auf diesen Ausgaben sitzen, schließlich arbeiten die Auszubildenden im Betrieb mit. Sie übernehmen einfache Aufgaben aber auch anspruchsvolle Tätigkeiten in Produktion und bei Dienstleistungen, also qualifizierte Arbeit, deren Anteil im Lauf der Ausbildung stetig zunimmt. Diese Erträge machen knapp 11.700 Euro pro Auszubildenden und Jahr aus.
Im Schnitt kostet ein Auszubildender die Unternehmen also knapp 3.600 Euro jährlich. Nach Branchen und Betriebsgrößen gegliedert, gibt es natürlich Unterschiede. Beträchtliche Schwankungen gibt es auch innerhalb der Ausbildungsberufe selbst. Das BIBB, das für 51 Berufe eine Kosten-Nutzen-Rechnung erhoben hat, kommt zu folgenden Ergebnissen: Am aufwendigsten ist die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik mit gut 15.500 Euro Nettokosten pro Azubi und Jahr. Weitere kostenintensive Industrieberufe sind der Chemikant, der Chemielaborant, der Werkzeugmechaniker und der Industriemechaniker.
